Buchhaltung in Italien

Die gesetzliche Grundlage

Die gesetzliche Grundlage für die Buchführung ist das codice civile (titolo V, "del lavoro") Gemäß den Bestimmungen des Artikels 2214 des italienischen "codice civile" müssen Unternehmer, die eine Handelstätigkeit in Italien ausüben und keine Kleinunternehmer sind, Buchhaltungsunterlagen und Register führen.

Das italienische Gesetz unterscheidet zwischen obligatorische und relativ obligatorische Buchhaltungsunterlagen.

obligatorische Buchhaltungsunterlagen

Es handelt sich um:

1) das "libro giornale" (das Journalbuch): es beinhaltet alle Geschäftsvorgänge in chronologischer Reihenfolge

2) das "libro degli inventari" (das Inventar): Unternehmen müssen grundsätzlich zu Beginn ihrer Tätigkeit ihre Vermögensgegenstände und Schulden in einem Verzeichnis angeben (Inventar) und am Ende jedes Geschäftsjahres ihre Bestände mittels einer Inventur überprüfen.

3) die Geschäftskorrespondenz

Die Buchführung muss so beschaffen sein, dass sie einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Die Geschäfte des Unternehmens müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen. Ob und in welchem Umfang Buch geführt und eine Bilanz aufgestellt werden muss, hängt insbesondere von der Rechtsform des Unternehmens und anderen Faktoren ab (z.B. Umsatz; Gewinn Betriebsvermögen; Anzahl der Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt). In diesem Sinne spricht man von relativ obligatorischen Buchhaltungsunterlagen, weil nur einigen Unternehmen dazu verpflichtet sind.

Aufbewahrung und Vorlage von Dokumenten

Handelsbücher, Inventarlisten, Jahresabschlüsse und Buchungsbelege müssen zehn Jahre aufbewahrt werden. Sonstige Handelsbriefe müssen lediglich sechs Jahr aufbewahrt werdene. Die aufzubewahrenden Unterlagen können grundsätzlich auf elektronischen Datenträgern archiviert werden; das Unternehmen muss sie aber jederzeit lesbar machen können.